Im Mittelpunkt standen die Fragen: Wie erleben Menschen mit Behinderungen Wege, Querungen und Haltestellen? Wo entstehen Barrieren und was bedeutet das für Planung und Gestaltung? Aus den unterschiedlichen Perspektiven entstanden konkrete Ideen für Lehre und Forschung: Ein Parcours mit verschiedenen Bodenbelägen, Rampen, Kanten, Leitsystemen, Haltestellenszenarien und digitalen Informationsangeboten soll künftig als Erfahrungsraum dienen, in dem Studierende Barrieren direkt erleben, Lösungen erproben und reflektieren können. In taktiles Modell davon diente als erster Eindruck, insbesondere für die Blinden und Seheingeschränkten Teilnehmenden des Workshops.
Der Workshop unter Leitung des BWIM-Teams am Standort Hochschule Karlsruhe markierte den Auftakt eines langfristig angelegten Austauschs mit Verbänden und Betroffenen. Denn Barrierefreiheit kann nicht ohne die aktive Beteiligung der Betroffenen gelöst werden. Daniel Sanchez, Teilnehmer des Workshops, brachte es auf den Punkt.
„Nicht über uns ohne uns.
Das sollte die Grundhaltung sein.“
Daniel Sanchez, Mobil mit Behinderung e.V.

Ziel ist es, Barrierefreiheit im Verkehrsraum als selbstverständlichen Bestandteil guter Planung zu verankern und angehende Verkehrsplanende früh für die Vielfalt von Mobilitätsbedürfnissen zu sensibilisieren, um Verkehrsräume konsequent aus der Perspektive aller mitzudenken. So entsteht Schritt für Schritt ein Netzwerk, das praktische Erfahrung, wissenschaftliche Perspektiven und engagierte Interessenvertretung zusammenbringt.
Ergänzt werden soll das Projekt in Zukunft durch gemeinsame Begehungen, Übungen mit Studierenden und Lehrformate, in denen Sprache, Haltung und echte Beteiligung von Betroffenen explizit thematisiert werden.

