Modul 1 – Nachhaltige Mobilität

Modul 1: Nachhaltige Mobilität

Präsenzwoche (Grundlagen nachhaltiger Mobilität)

Auf Basis von Selbsterfahrungen im Rahmen der persönlichen Mobilität werden in der Präsenzwoche des Moduls die Grundlagen der Mobilität hinsichtlich der Orientierung und der Angebotsqualität in Verkehrssystemen gelegt. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen wird auf Entwicklungen, Trends, Sicherheit, ökonomische Aspekte, ökologische Aspekte sowie technische und strategische Aspekte der nachhaltigen Mobilität eingegangen. Es wird die Basis für die in der Onlineeinheit thematisierten Maßnahmen aus der Mobilitätsforschung geschaffen.

Lerninhalte

Mobilität – Definitionen und Kenngrößen

Leitbilder zu Siedlungsentwicklung und Mobilität

Verkehrsmittel-Kunde

Es werden die Grundbegriffe der Mobilität, deren Einflussfaktoren und Bestimmungsvorschriften thematisiert. Der Einfluss persönlicher Aktivitäten und Rahmenbedingungen auf Mobilität – und in der Folge auf den Verkehr – wird analysiert und aufgearbeitet. Statistische Vergleiche zu wichtigen Kennziffern wie Verkehrsaufkommen und -leistung werden diskutiert und ergründet.

Der Einfluss von Verkehrsmitteln auf die Entwicklung von Siedlungsstrukturen und Stadtbildern von gestern und heute wird im Schwerpunkt thematisiert. Die Rolle der Menschen und der Einfluss derer Bedürfnisse auf die Entwicklung und Planung von urbanen Strukturen wird erörtert und in der Diskussion analysiert.

Die unterschiedlichen Auswirkungen bei der Nutzung verschiedener Verkehrsmittel auf die verbrauchte Fläche im Raum, die Emissionen (Lärm und Abgase) und die Geschwindigkeiten sowie die damit einhergehenden Wegelängen werden eruiert. Darüber hinaus findet eine detailliertere Betrachtung der Infrastrukturen statt, indem die Bewertung von Leistungsfähigkeit und Verkehrsqualität vermittelt wird.

Verkehrssicherheit

Verkehrswirtschaft und –kosten

Verkehr und Umwelt

Die Messung von Sicherheit von Verkehrsmitteln wird in unterschiedlichen Ansätzen vorgestellt und diskutiert. Hierzu werden wichtige Grundbegriffe aus der Verkehrssicherheit, wie z.B. Interaktion, Konflikt und Unfall, definiert. Unterschiedliche Erhebungsmethoden, Unterschiede auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene sowie Maßnahmen und deren Wirkung im Zusammenspiel der Verkehrsträger sind hierbei Themen.

Neben den individuellen Kosten, welche durch die Erzeugung von Verkehr aber auch zur Sicherstellung der eigenen Mobilität entstehen, wird der Fokus ebenfalls auf die Entstehung von externen Kosten gelegt. Es wird aus beiden Perspektiven jeweils die persönliche Mobilität als auch der Wirtschafts- und Güterverkehr betrachtet.

Die Einflüsse und Auswirkungen des Verkehrs auf die Umwelt werden thematisiert. Es wird u.a. auf den Ausstoß von Lärm, Schadstoffen der unterschiedlichen Verkehrsmittel, aber auch auf Umweltfolgen wie z.B. Versiegelungen und Trennwirkungen eingegangen. Es werden Handlungsansätze und Maßnahmen unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitszielen diskutiert und an Pilot-Projekten verdeutlicht.

Intelligente Mobilitätssysteme

Schwerpunkte sind Telematik und Informationssysteme im Rahmen der Mobilität. Es werden Grundlagen und Anwendungsbereiche thematisiert und diskutiert. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf Mobilgeräten und -anwendungen, es werden aber auch Kommunikationstechnologien und die Datenbehandlung in Verkehrssystemen fokussiert.

Grundlagen des Mobilitätsmanagements

Im Rahmen der Grundlagen des Mobilitätsmanagements werden zunächst Ziele und Zielfelder abgesteckt. Das Erfordernis und die Anwendungsmöglichkeiten werden im Anschluss im Zusammenhang mit möglichen Akteuren und deren Interessen thematisiert. Hierbei wird auch auf das Potenzial von neuen Kooperationen und Kooperationsformen eingegangen.

Übungsaufgaben

Mobilitätstagebuch

Die Lehrgangsteilnehmenden erfassen mit Hilfe einer mobilen Anwendung oder eines manuellen Wegetagebuches ihre alltäglichen Wege über den Verlauf einer Woche. Hierbei werden genutzte Verkehrsmittel, investierte Reisezeiten und zurückgelegte Distanzen der absolvierten Etappen festgehalten. Die erhobenen Mobilitätsdaten werden unter Anwendung der thematisierten Mobilitätskennziffern ausgewertet und mit aktuellen Mobilitätsstudien (z.B. „Mobilität in Deutschland“) verglichen.

 

Tagesexperiment „Mobil ohne Auto“

Die Teilnehmenden werden aufgefordert sich einen Tag lang ohne die Nutzung eines Pkws in einer fremden Stadt zu bewegenund die verschiedenen Verkehrssysteme zu nutzen. Es sollen Beobachtungen zum Mobilitätsverhalten und der vorhandenen Verkehrssysteme gemacht werden. Die Ergebnisse werden insbesondere in Bezug auf den persönlichen Stellenwert des eigenen Pkws bewertet und im Anschluss an das Experiment im Kolloquium diskutiert.

Onlineeinheit (Maßnahmenevaluation)

Es werden die Basis-Kenntnisse aus Praxis, Wissenschaft und Politik aus der Präsenzwoche aufgegriffen und anhand dessen aktuelle Maßnahmen zur Sicherung einer nachhaltigen Mobilitäts-Entwicklung vermittelt. Die Thematisierung und Diskussion verschiedener Instrumente und Maßnahmen bereitet auf die Arbeit mit ganz konkreten Werkzeugen bei spezifischen Problemstellungen im Modul 2 vor.

Lerninhalte

Mobilitätsverhalten und Verkehrsnachfrage

Erhebung von Mobilitätsbedürfnissen

Nutzerzentrierte Digitalisierung in Verkehr und Mobilität

Im Allgemeinen werden die Auswirkungen von Verkehrsangebot auf die Verkehrsnachfrage analysiert. Im Einzelnen wird die Implementierung neuer Verkehrsinfrastrukturen und -angebote diskutiert und an Beispielen analysiert. Hierauf aufbauend werden Push-&-Pull-Maßnahmen und ihre potenziellen Wirkungen vermittelt und mit welchen Verkehrsvermeidungen, -verlagerungen und -verbesserungen sie herbeigeführt werden können.

Mobilitätsbedürfnisse entstehen aus Aktivitätsbedürfnissen. Die Aktivitäten-Nachfrage wird näher betrachtet und zugeordnete Wege (zu den unterschiedlichen Aktivitäten) sowie die Erreichbarkeit von Points-of-Interest (POI) in die Diskussion integriert. Die Einflussfaktoren von verschiedenen Personen(-gruppen) und deren Präferenzen bei der Ziel-, Verkehrsmittel- und Routenwahl werden thematisiert.

Im Fokus stehen die verschiedenen Tools zur Förderung der Usability, User Experience und Mobility Experience in Mobilitätssystemen. Diese werden jeweils aus Nutzerperspektive betrachtet und deren Einsatzbereiche und Anwendungsfelder diskutiert. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen werden unterschiedliche Evaluierungsmöglichkeiten und -methoden für Maßnahmen im Rahmen der Digitalisierung vorgestellt.

Nachhaltige Verkehrsinfrastruktur in Bau, Betrieb und Erhaltung

Geschäftsmodelle in Mobilität und Verkehr, Mobilitätsverbünde

Beurteilung von Mobilitätsqualität

Die nachhaltige Mobilität setzt ebenfalls in den Bereichen von Bau, Betrieb und Erhaltung von Verkehrsinfrastruktur an. Es werden Anforderungen an Straßenbau und Straßenerhaltung aus Sicht der Nutzung und des Betriebs vermittelt. Zudem werden die Möglichkeiten für den Straßenbau und die Straßenerhaltung unter den Zielen der nachhaltigen Entwicklung untersucht.

In der jüngeren Vergangenheit streben die Verkehrsverbünde in einer weiteren Entwicklung die Transformation zu Mobilitätsverbünden an, welche ein breites, intermodales Angebot für den Kunden aus einer Hand stellen können. Um diese Entwicklungsprozesse verständlich dazulegen, werden klassische Geschäftsmodelle und ihre Stärken und Schwächen sowie aktuelle Mobilitätstrends – insbesondere aus Betreibersicht – mit eingebracht.

Neben der Beurteilung von Standorten über Indizes und Indikator-Systeme werden auch aktuelle Forschungsansätze in Deutschland und international integriert. Die Qualitätsbeurteilungen werden auf ihre Stärken und Schwächen analysiert und in Folge der derzeitige Forschungsbedarf eruiert.

Evaluation von Maßnahmen zur Nachhaltigen Mobilität

„bad practice“ und „best practice“ zur Maßnahmen-Evaluation

Implementierung von Evaluationsinstrumenten in der Straßenbauverwaltung

Es erfolgt die Erarbeitung von verschiedenen Methodiken zur Evaluation von Maßnahmen. Dabei werden die Methodiken in der Differenzierung von Qualitativ und Quantitativ gesondert betrachtet.

Nach der hauptsächlich theoretischen Betrachtung von Maßnahmenevaluationen, sollen diese an realen Beispielen aus Baden-Württemberg, des Landes sowie international aufgezeigt werden. Dabei werden sowohl gute als auch schlechtere Umsetzungen gegenübergestellt und analysiert.

Als Workshop wird die konkrete Umsetzung und Evaluation von Maßnahmen in der Straßenbauverwaltung mit den Teilnehmenden erarbeiten. Diese können hierbei selbst die Herausforderungen innerhalb ihrer Verwaltungseinheit ansprechen und gemeinsam in Begleitung eines Moderators Lösungsansätze erarbeiten.

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